Stand 5.2.07
Brotlose Weltmeisterschaften


Weltmeisterschaften
Schule und PISA
Motivation für Jugendliche


Weltmeisterschaften

Im vergangenen Jahr hat Deutschland bei der Fußballweltmeisterschaft den zweiten Platz errungen. Gestern im Handball stand Deutschland sogar am Ende auf Platz 1: "Wir" sind Weltmeister!

Gleich nach dem Spiel wurde im Fernsehen von den Trainern die Gunst der Stunde ausgenützt. Sie forderten öffentlichkeitswirksam bessere Unterstützung des Sports im Schulalter.

Es ist wunderbar, bei Sportereignissen zu siegen. Leider können wir weder Fußballerfolge noch Handballsiege essen. Wir könnten nicht einmal die Vorbereitungen auf solche Wettbewerbe zahlen, wenn nicht im Hintergrund eine florierende Wirtschaft stehen würde. Die Voraussetzungen dafür schaffen in einem rohstoffarmen Land wie Deutschland Spitzenleistungen im kognitiven Bereich. Zweifel an solchen Leistungen äußert jetzt die Wirtschaftswoche:

Im Bildungsbereich haben wir den Titel schon längst verloren. Da dauert es nur trotz PISA etwas länger, bis es alle merken.

Schule und PISA

Im kognitiven Bereich gilt noch viel mehr als im Sport "Früh übt sich, wer ein Meister werden will." Das heißt, Kinder müßten auch für die Entwicklung ihrer kognitiven Leistungsfähigkeit früh entsprechende Anreize erhalten. Das ist leider schwierig in einem Land, in dem "Besserwisser" bis heute ein Schimpfwort ist. Die Gesellschaft hat die Aufgabe der Bildung an die Schule delegiert. Wie problematisch sie dort aufgehoben ist, hat uns PISA deutlich genug gezeigt. Kinder mit hohem kognitivem Potential überleben die Schule oftmals nur als Mimikri, indem sie sich dümmer stellen als sie sind. In solchen Klima wird das vorhandene Potential nicht entwickelt; es geht vielmehr weitgehend verloren.

Lehrkräfte stehen in der Schule unter einem hohen Druck. Sie sollen gute Noten geben. Wofür sie diese Noten geben, ist der Gesellschaft bis heute nicht wichtig. Eltern und Absolventen von Bildungseinrichtungen sind fast ausschließlich an den Berechtigungen interessiert, die beim Abschluss erteilt wird.

Das Ergebnis ist offenkundig. Wir haben eine Inflation der guten Noten. Sie wird begleitet vom Absinken des kognitiven Niveaus und des elementaren Wissens der Absolventen. Fragen Sie Abiturienten 
     - nach einem wichtigen politischen Ereignis im Jahr 800, 
     - nach dem Energieinhalt von einem Liter Kraftstoff in Kilowattstunden, 
     - nach dem Namen der Hauptstadt von Nigeria, 
     - nach exponentiellem Wachstum, 
     - nach dem Komponisten der Kleinen Nachtmusik,
     - sogar nur nach Aufgaben aus dem Einmaleins.  
Es kann sein, dass Sie keine einzige richtige Antwort erhalten.

Motivation für Jugendliche

Wie kann man Jugendliche dazu motivieren, dass sie sich für kognitives Training interessieren? Eine Antwort, nach der man erst Luft holen muss: Jugendliche werden durch Computerspiele motiviert, wenn als Belohnung ein Platz auf der Scoreliste winkt. Das Internet macht es möglich. Wer mit seinem Score nicht zufrieden ist, kann das Spiel beliebig oft wiederholen. (Niemand sieht dabei zu, wenn Fehler gemacht werden.) 

Bei fast jedem Computerspiel werden Konzentration und Reaktionsgeschwindigkeit trainiert. Blutrünstige Einkleidungen wie bei den Killerspielen sind dabei kaum von Bedeutung. Vor allem nicht, wenn man nicht durch Verbote einen zusätzlichen Anreiz schafft.

Im Internet können genau so gut Wissen und speziellere Fähigkeiten geübt werden. 
Beispiel für eine primitive Konzentrationsübungx),
            für eine Deutschübungx),
            für eine Einmaleinsübung.

x) Wegen eines technischen Problems beim Provider (oder beim Programmierer) erhalten Sie manchmal beim Aufruf dieser Übung die Meldung "Forbidden, ...". Bitte senden Sie in diesem Fall ein Nachricht.
 

Wenn Sie meinen, dass Angebote wie diese drei Übungen unseren Kindern beim Lernen hilfreich sein könnten, senden Sie bitte gleichfalls eine Nachricht.