| Weltmeisterschaften
Schule und PISA Motivation für Jugendliche Im vergangenen Jahr hat Deutschland bei der Fußballweltmeisterschaft den zweiten Platz errungen. Gestern im Handball stand Deutschland sogar am Ende auf Platz 1: "Wir" sind Weltmeister! Gleich nach dem Spiel wurde im Fernsehen von den Trainern die Gunst der Stunde ausgenützt. Sie forderten öffentlichkeitswirksam bessere Unterstützung des Sports im Schulalter. Es ist wunderbar, bei Sportereignissen zu siegen. Leider können wir weder Fußballerfolge noch Handballsiege essen. Wir könnten nicht einmal die Vorbereitungen auf solche Wettbewerbe zahlen, wenn nicht im Hintergrund eine florierende Wirtschaft stehen würde. Die Voraussetzungen dafür schaffen in einem rohstoffarmen Land wie Deutschland Spitzenleistungen im kognitiven Bereich. Zweifel an solchen Leistungen äußert jetzt die Wirtschaftswoche:
Im Bildungsbereich haben wir den Titel schon längst verloren. Da dauert es nur trotz PISA etwas länger, bis es alle merken.
Im kognitiven Bereich gilt noch viel mehr als im Sport "Früh übt sich, wer ein Meister werden will." Das heißt, Kinder müßten auch für die Entwicklung ihrer kognitiven Leistungsfähigkeit früh entsprechende Anreize erhalten. Das ist leider schwierig in einem Land, in dem "Besserwisser" bis heute ein Schimpfwort ist. Die Gesellschaft hat die Aufgabe der Bildung an die Schule delegiert. Wie problematisch sie dort aufgehoben ist, hat uns PISA deutlich genug gezeigt. Kinder mit hohem kognitivem Potential überleben die Schule oftmals nur als Mimikri, indem sie sich dümmer stellen als sie sind. In solchen Klima wird das vorhandene Potential nicht entwickelt; es geht vielmehr weitgehend verloren. Lehrkräfte stehen in der Schule unter einem hohen Druck. Sie sollen gute Noten geben. Wofür sie diese Noten geben, ist der Gesellschaft bis heute nicht wichtig. Eltern und Absolventen von Bildungseinrichtungen sind fast ausschließlich an den Berechtigungen interessiert, die beim Abschluss erteilt wird. Das Ergebnis ist offenkundig. Wir haben
eine Inflation der guten Noten. Sie wird begleitet vom Absinken des kognitiven
Niveaus und des elementaren Wissens der Absolventen. Fragen Sie Abiturienten
Wie kann man Jugendliche dazu motivieren, dass sie sich für kognitives Training interessieren? Eine Antwort, nach der man erst Luft holen muss: Jugendliche werden durch Computerspiele motiviert, wenn als Belohnung ein Platz auf der Scoreliste winkt. Das Internet macht es möglich. Wer mit seinem Score nicht zufrieden ist, kann das Spiel beliebig oft wiederholen. (Niemand sieht dabei zu, wenn Fehler gemacht werden.) Bei fast jedem Computerspiel werden Konzentration und Reaktionsgeschwindigkeit trainiert. Blutrünstige Einkleidungen wie bei den Killerspielen sind dabei kaum von Bedeutung. Vor allem nicht, wenn man nicht durch Verbote einen zusätzlichen Anreiz schafft. Im Internet können genau so gut Wissen
und speziellere Fähigkeiten geübt werden.
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