|
Stand 05.03.03 Autor: Fritz Nestle
Wissen und Können
zeigen sich an der Reaktion auf konkrete Aufgaben. Diese sind einer verbalen
Beschreibung gewünschter Qualifikationen überlegen.
Das Erreichen eines
Bildungsstandards ist mit hinreichender Sicherheit nachgewiesen, wenn eine
hinreichend große Auswahl der den Standard beschreibenden Aufgaben
beherrscht wird. Durch die Zufallsauswahl wird sektorales Lernen nicht
belohnt.
Diese Forderung ist
für fast alle Qualifikationen erfüllbar. Die Lernkontrolle wird
dadurch objektiver, und sie wird maschineller Bearbeitung zugänglich.
Bei Rückmeldungen an die Lernenden fällt die personenbezogene
Willkür der Beurteilung weg.
Die Möglichkeit
der Selbstkontrolle erlaubt ungehinderten Zugang zu den Bildungsstandards.
Mittler werden entbehrlich. Selbstorganisiertes Lernen wird möglich
und gefördert.
Mit dieser Forderung
wird sichergestellt, daß Alternativen zum klassischen schulischen
Lernen eine Chance bekommen. Durch das vom Staat an die Lehrer übertragene,
ohne Bildungsstandards ein hohes Maß von Willkür erlaubende
Bewertungsmonopol wird selbstorganisiertes Lernen behindert oder sogar
unmöglich gemacht. Die "heimlichen" Lehrpläne für die "soft
skills" werden bei der Möglichkeit der Selbstorganisation des Lernens
besser erfüllt.
Die Überregulierung des staatlichen Schulwesens hat - im Gegensatz zu vielen anderen Ländern (Vestibular in Brasilien, Scolverket in Schweden, SAT in USA, ...) - in Deutschland bisher ein Input-Output-Denken verhindert. Ein beträchtlicher Teil der 180 000 000 000 €, die derzeit nach dem Statistischen Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 2002 in den Bereich Bildung, Forschung, Wissenschaft fließen, ist daher als Fehlallokation anzusehen. Ein privater Träger könnte viel rascher zu Standards für die allgemeine Bildung kommen als die die staatlichen Einrichtungen, weil er weniger Rücksicht auf die bestehenden Verkrustungen und Privilegien Rücksicht nehmen müßte und das Potential einer offenen Mitarbeit (open source) fruchtbar machen könnte. |