Startseite Inhalt KMK-Standards BMBF Was sind Bildungsstandards
Stand 14.10.03; allen vielen Dank, die sich durch Rückmeldungen mit der letzten Fassung auseinandergesetzt haben.

Dortmunder Manifest zum Thema Bildungsstandards
Stand 05.03.03
Autor: Fritz Nestle


Grundlage

Grundlage für Bildungsstandards ist eine hinreichend umfangreiche, thematisch gegliederte Datenbank für Aufgaben.
 

Wissen und Können zeigen sich an der Reaktion auf konkrete Aufgaben. Diese sind einer verbalen Beschreibung gewünschter Qualifikationen überlegen.
 

Definition

Jede hinreichend umfangreiche Zufallsauswahl aus einem Themenblock wird als Bildungsstandard zum Thema akzeptiert.
 

Das Erreichen eines Bildungsstandards ist mit hinreichender Sicherheit nachgewiesen, wenn eine hinreichend große Auswahl der den Standard beschreibenden Aufgaben beherrscht wird. Durch die Zufallsauswahl wird sektorales Lernen nicht belohnt.
 

Selbstkontrolle

Die Aufgaben sind so formuliert, daß die Richtigkeit der Bearbeitung vom Bearbeiter selbst (und damit vom Computer) kontrolliert werden kann. 
 

Diese Forderung ist für fast alle Qualifikationen erfüllbar. Die Lernkontrolle wird dadurch objektiver, und sie wird maschineller Bearbeitung zugänglich. Bei Rückmeldungen an die Lernenden fällt die personenbezogene Willkür der Beurteilung weg.
 

Zugang

Jeder Interessierte hat – gegebenenfalls gegen eine Gebühr – freien Zugang zu den Bildungsstandards. Der Zugang kann problemlos über das Internet und UMTS realisiert werden. 
 

Die Möglichkeit der Selbstkontrolle erlaubt ungehinderten Zugang zu den Bildungsstandards. Mittler werden entbehrlich. Selbstorganisiertes Lernen wird möglich und gefördert.
 

Zertifizierung

Erfolgreiche Bearbeitung eines Bildungsstandards ist zum entsprechenden Schulabschluß gleichwertig.
 

Mit dieser Forderung wird sichergestellt, daß Alternativen zum klassischen schulischen Lernen eine Chance bekommen. Durch das vom Staat an die Lehrer übertragene, ohne Bildungsstandards ein hohes Maß von Willkür erlaubende Bewertungsmonopol wird selbstorganisiertes Lernen behindert oder sogar unmöglich gemacht. Die "heimlichen" Lehrpläne für die "soft skills" werden bei der Möglichkeit der Selbstorganisation des Lernens besser erfüllt.
 

Träger

Nach dem Vorbild des Deutschen Instituts für Normung (oder der amerikanischen ETS oder NCTM) sind ein privaterAnbieter als Distributor und dieEntwicklung nachderopen-source-Ideedenkbarund wünschenswert.
 

Die Überregulierung des staatlichen Schulwesens hat - im Gegensatz zu vielen anderen Ländern (Vestibular in Brasilien, Scolverket in Schweden, SAT in USA, ...) - in Deutschland bisher ein Input-Output-Denken verhindert. Ein beträchtlicher Teil der 180 000 000 000 €, die derzeit nach dem Statistischen Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 2002 in den Bereich Bildung, Forschung, Wissenschaft fließen, ist daher als Fehlallokation anzusehen. Ein privater Träger könnte viel rascher zu Standards für die allgemeine Bildung kommen als die die staatlichen Einrichtungen, weil er weniger Rücksicht auf die bestehenden Verkrustungen und Privilegien Rücksicht nehmen müßte und das Potential einer offenen Mitarbeit (open source) fruchtbar machen könnte.