| Vortragsanmeldung zur Herbsttagung des
AK
MU&I in Soest Thema
Computerwerkzeuge und Prüfungen
Fritz Nestle Computergestütztes Prüfen und autonomes Lernen Es ist wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis auf besser ausgestatteten Handys die Funktionen von GTR und CT unmittelbar oder als "Software on demand" zusammen mit Internetzugang preiswert verfügbar sind. Das Handy wird damit zu einer echten, nützlichen "eierlegenden Wollmilchsau"; GTR und CT als Einzelgeräte verlieren an Bedeutung. Webbasierte Methoden dürften daher längerfristig gesehen GTR und TC ersetzen; die didaktischen Fragen zum Tagungsthema bleiben. Wie an Beispielen gezeigt werden soll, können die technischen Probleme des computergestützten Prüfens als gelöst angesehen werden. Die heutigen Programmiermöglichkeiten erfüllen (fast) alle Wünsche. Es geht also bei Überlegungen zum computergestützten Prüfen vorrangig um didaktische Fragen und die Probleme der organisatorischen Einbindung. Bei den didaktischen Fragen kann man sich auf umfangreiche Vorarbeiten aus den vergangenen Jahrzehnten stützen. Neben den früher aus technischen Gründen favorisierten Auswahlantworten ("multiple choice") kann man neuerdings beliebig gebundene Freiantworten und in zunehmendem Maß echte Freiantworten einbeziehen. Auch dafür ist die Erörterung - und Erzeugung - von Beispielen vorgesehen. Bei der organisatorischen Einbindung ist
offen, wie lange die derzeitigen Monopole der Lehrenden bezüglich
Methodenwahl und Beurteilung erhalten bleiben.
Die größte Schwierigkeit bei computergestützten Prüfungen liegt in einer Kreditierung, die Betrug weitgehend verhindert. Hier liegen auch in Zukunft, wohl mehr als bisher, hoheitliche Aufgaben des Bildungssystems. Sobald Lernergebnisse anhand objektiver
Kriterien gemessen werden und nicht mehr für die individuellen Vorstellungen
einzelner Lehrer gelernt werden muß, kann das riesige Motivationspotential
selbstorganisierten Lernens auch im Bereich von Schulthemen wirksam
werden. Es gilt dann, daß Lernen, Üben und Testen auf
einer gemeinsamen Grundlage beruhen und für diese drei Stadien nur
die Randbedingungen (Hilfen: ja oder nein; Zeitbeschränkung: ja oder
nein) variiert werden. Ein Zeithorizont für damit verbundenen Änderungen
im Bereich des Lernens läßt sich zur Zeit noch nicht angeben.
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