Westermann war wie Klett einer der Verlage, die rasch ein beträchtliches
Angebot an Unterrichtsprogrammen aufgelegt hatten.
| Die Beschäftigung des Westermann Verlags mit dieser Art der Unterrichts-
bzw. Lemhilfen begann bereits 1963. Auf der 7. Didacta in Nürnberg
wurden die ersten Lernmaschinen und Programme fremder Firmen im Rahmen
des Westermann-Standes vorgestellt. Westermann übernahm dann 1963/64
den Vertrieb der Lernrnaschine Autotutor Mark II von einer amerikanischen
Firma - ein recht anschaulicher Prospekt dieser Lernmaschine nebst Programm/Film
liegt bei. Wegen der hohen Anschaffungskosten - der Preis der Lernmaschine
entsprach mit ca. 3000 DM dem Kaufpreis eines Volkswagens - war ein Schuleinsatz
von Anfang an ausgeschlossen.
Gekauft oder gemietet wurde der Autotutor von Forschungsinstituten und großen Unternehmen (Ausbildungswesen). |
Die Lehrmaschine Autotutor Mark II


Ein Blick ins Innere der mechanisch aufwendigen "Maschine":

Als Hypertext mit Formulareingabe und -auswertung wäre die Erstellung entsprechender Materialen heute wesentlich weniger aufwendig, aber leichter benützbar.
| Ab 1964 erschien dann die von Lernrnaschinen unabhängige Buchreihe ,,westermann programm", in der eigenständige, nicht mehr nur übersetzte, Lernprogramme angeboten wurden. Eine kleine Auswahl zum Fach Mathematik liegt bei. Neue oder überarbeitete Auflagen von Lemprogrammen in gedruckter Form erschienen bis 1977/78 bei Westermann. |
Die Montage zeigt eine Auswahl von Titeln

In der Regel folgte der Aufbau der Programme dem Skinnerschema

Die Seite wurde in kleine, nummerierte, rechteckige Einheiten aufgeteilt. Links im Rechteck steht die Antwort auf die vorausgehende Frage (im Bild z.B. ist als Antwort zu Frage 15 die Zahl 9985 abgedruckt. Rechts im Rechteck steht die neue Frage (im Beispiel 16). Das Buch wurde nicht seitenweise sondern einheitenweise gelesen. Nach Nummer 16 wurde daher umgeblättert:

Die richtige Antwort zu 16 lautet "Hunderter"; daneben steht die neue
Einheit 17.
| Mit geringem Aufwand könnten alle diese
Lernmaterialien in Hypertext übersetzt und auf CD-ROM oder über
das Internet verbreitet werden. Über Internet könnten Formulareingaben
der Antwort zugleich für beliebige Auswertungen gespeichert werden.
Die Frage, welchen Nutzen für das Lernen es hat, wenn die Information mit Graphik aufgepeppt werden, ist bisher noch nicht untersucht worden. Klar ist: Sachorientierte Darstellungen für gezieltes Lernen gewinnen weniger leicht Preise als mit graphischen Multimedia-Kinkerlitzchen angereicherte Programme. |
Der Einstieg in die computergestützten Lernmedien begann Anfang der 80er Jahre. Von besonderem Interesse ist das mit der Comenius Medaille ausgezeichnete Lernprogramm ,,Mathe Bits" sein.

Das aktuelle Programm des Verlags finden Sie hier.