Begeisterung für Technik, Lehrermangel und Änderungen am Inhalt des Lehrplans haben in der Mitte der Sechzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts auch an die Nutzung des neuen Mediums Fernsehen für den Unterricht denken lassen. Die Initiative ging vom Land Rheinland-Pfalz aus. Mit Unterstützung von Baden-Württemberg und Saarland übernahm der damalige Südwestfunk die Ausarbeitung des Schulfernsehens für Mathematik für die Schuljahre 5 und 7 (in einem Gesamtschulansatz), der Norddeutsche Rundfunk die Schuljahre 6 und 8.
Als wesentlicher Teil des Medienssystems Schulfernsehens wurden gedruckte
Begleitmaterialien entwickelt. Zum Teil wurden in kurzen Aktivierungsphasen
innerhalb der Sendung Arbeitsbogen ausgefüllt. Mehr Zeit nahm die
Bearbeitung und Ausfüllung der zusätzlichen Materialien in Anspruch.
Hier Beispiele zum fünften Schuljahr:

Das gedruckte Begleitmaterial für die sechste Klasse war so ausgearbeitet, daß es auch ohne die Sendungen als programmiertes Arbeitsmaterial verwendet werden konnte. Interessant war die Möglichkeit der Selbstkontrolle: Die erwarteten Lösungen wurden mit einem roten Zufallsraster so überdruckt, daß sie normalerweise nicht gelesen werden konnten. Wenn man jedoch eine transparente rote Folie auf die rote Fläche auflegte, so waren die Antworten zu sehen. (Heute würde man natürlich statt dieses aufwendigen Verfahrens in einem Hypertext einfach mit einer Lösungsseite verknüpfen.)
Zwei Beispiele für das "Druckwerk Mathematik M6" (zum Vergrößern anklicken):