TIMSS
Altavista weist am 24.2.01 zu TIMSS 1 651 Fundstellen auf.

Erst seit TIMSS (Info beim Max-Planck-Institut für Bildungsforschung http://www.mpib-berlin.mpg.de/TIMSS_III/TIMSS_III_2000.htm)wird darüber sinniert, daß das deutsche Schulsystem schlechter sein könnte als sein Ruf. In dieser Studie (third international math and science study) wurden Schüler aus vielen Ländern der Welt mit den "gleichen" Aufgaben konfrontiert. (Vielfältige, zum Teil berechtigte Kritik am Verfahren soll an dieser Stelle nicht referiert werden.)

Gegen die Erwartung und zum blanken Entsetzen von Politik und Bildungsministerien fanden sich die deutschen Ergebnisse nicht an der Weltspitze sondern sehr bescheiden im Mittelfeld, obwohl der Aufwand für das Bildungsweisen hier sich im internationalen Vergleich durchaus sehen lassen kann. Wer dagegen einen Einblick in die Arbeit der Schule hatte und die Entwicklung der letzten 50 Jahre verfolgen konnte, war froh, daß das Ergebnis nicht noch viel schlechter ausfiel.

Was war das neuartige an TIMSS? Hätte man die Notendurchschnitte in Deutschland und anderswo erhoben (und durch Umrechnung vergleichbar gemacht), so hätte Deutschland hervorragend abgeschnitten. Mit subtilem Druck auf die in dieser Frage fast wehrlosen Lehrer haben sich die Durchschnittsnoten der Schulabschlüsse "positiv" entwickelt. (Auch an den Hochschulen sind die Maßstäbe verloren gegangen; es gibt mindestens ein Fach, in dem die Durchschnittsnote der Diplomprüfung zwischen 1 und 2 liegt, ohne daß diese Notengebung einer transparenten Evaluation unterliegen würde.) Nun hat TIMSS indessen nicht Noten erhoben sondern Qualifikationen, definiert durch konkrete Aufgaben. Diese konnten die Schüler entweder lösen, oder sie scheiterten an der Lösung. Bei den deutschen Schülern kam - auch bei sehr einfachen Anforderungen - das Letztere im internationalen Vergleich zu häufig vor. Das galt zum Teil auch in den sogenannten B-Ländern, obwohl Konsens darin - und aus statistischen Gründen die Notwendigkeit dazu - bestand, TIMSS nicht zu einer Verdeutlichung der bekannten Unterschiede zwischen A- und B-Ländern zu verwenden. TIMSS war die erste breite Studie der Gegenwart, die den Lernerfolg an externen Kriterien  gemessen hatte.

Was haben also TIMSS  und Mathelernen mit Hilfe von Medien miteinander zu tun?

Wenn der Unterrichtserfolg an externen Maßstäben gemessen würde, dann bestünde für Lehrer und Schüler ein Anporn, Lernen optimal zu organisieren. Bei der Bewertung des Unterrichtserfolgs würde die  Anpassung an den Lehrer keine Rolle mehr spielen. Vielmehr würde das Ergebnis der Auseinandersetzung mit dem Inhalt wichtig werden.
Da in der heutigen Schulorganisation die Gewaltenteilung zwischen der Exekutive - dem Unterricht - und der Jurisdiktion - der Notengebung - fehlt, ist es für die Schüler wichtiger, sich mit dem Lehrer gut zu stellen als sich gute Qualifikationen zu erwerben. Der Lehrer seinerseits steht unter Druck durch Eltern und Schulverwaltung. Diese glauben, Schulnoten seien wichtiger als inhaltliche Kompetenzen. Erst durch TIMSS ist dieser Glaube ein wenig erschüttert worden.